Die erfahrenen Athleten des SC Oberursel waren bereits Mitte Mai erfolgreich in die Saison gestartet. Das Team der Seniorenliga (Ü40) belegte beim Short-Track Triathlon in Griesheim Platz 2, die Masters (Ü50) landeten ebenfalls auf dem Podest, Platz 3.
von links: Christoph Heubel, Daniel Kilb, Claudia Richter, Stefanie Heinke, Tobias Knobbe, Lothar Köhler | hinten: Björn Müller
Der zweite Wettkampf wurde für die Triathlon-Abteilung zu einer sehr großen Herausforderung, da zeitgleich verschiedene Liga-Wettkämpfe stattfanden und man somit große Schwierigkeiten hatte, ausreichend Personal an den Start zu bringen. Der SCO musste beim Quarterman in Bruchköbel (Sprintdistanz) fünf leistungsstarke Herren in der 2. Hessenliga stellen und jeweils 4 ausreichend gealterte Menschen für die Masters- und die Seniorenliga in Bottendorf, ebenfalls für eine Sprintdistanz. Da leider für die Hessenliga keine jüngeren Athleten zu finden waren, gingen in Bruchköbel fünf Ü40-Herren an den Start. Dies führte zu Engpässen in der Masters- und Seniorenliga. Das Mastersliga-Team konnte mit Christoph Heubel, Neuzugang Jose Maria Magrina Vadillo und Tobias Knobbe noch schlagkräftig aufgestellt werden. Zur Absicherung erklärte sich Lothar Köhler bereit das Team zu unterstützen.
In der Seniorenliga blieb lediglich Daniel Kilb aus der ursprünglich geplanten Aufstellung übrig. Aus der Mastersliga wurde Claudia Richter von Taktik-Fuchs Thorsten Möller, der verletzungsbedingt aussetze und sich daher mit viel Geschick um die Aufstellung kümmern musste, verschoben. Wiedereinsteigerin Stefanie Heinke wurde kurzerhand akquiriert und Triathlonlegende Björn Müller aus dem Winterschlaf geweckt. Müller, der in jüngeren Jahren mehrfach sehr gut platziert auf Hawaii gefinisht hatte, widmet seit 3 Jahren einen Großteil seiner Freizeit dem Aufbau einer Jugendabteilung. Dieses Engagement trägt Früchte, was die guten Ergebnisse der Kinder und Jugendlichen eindrucksvoll beweisen. Seine eigene Karriere hatte er allerding vor Jahren an den Nagel gehängt. Auch wenn Kilb als sicherer Lieferant für Top-Platzierungen galt, so war es doch fraglich, ob man mit zwei Frauen in einem überwiegend männlich besetzen Starterfeld sowie einer völlig untrainierten Legende, einen Blumentopf würde gewinnen können.
Der Wettkampf begann mit einer Überraschung. Die sehr kühle Witterung der letzten Tage hatte offensichtlich den flachen Löschteich soweit runtergekühlt, dass das Tragen eines Neoprenanzuges erlaubt war. Ob sich das für eine kurze Schwimmstrecke von weniger als 500 m lohnt, musste jeder selbst entscheiden, sofern er/sie überhaupt einen Anzug im Gepäck hatte.
Bei den Masters kamen die Neo-Schwimmer Heubel (9.) und Vadillo (11.) kurz hintereinander aus dem Wasser. Knobbe folgte ohne Wärmehülle mit etwas Rückstand, Köhler schaute sich das Treiben stressfrei von hinten an. Auf dem Rad machte Heubel mit der schnellsten Radzeit (32:11 Minuten) im Feld richtig Druck und arbeitete sich nach vorne, was ihm Vadillo und Knobbe gleichtaten. Die profilierte Wendepunktstrecke kostete einiges an Körnern. Mit der zweitschnellsten Laufzeit sicherte sich Heubel nach 1:01:01 Stunden einen souveränen zweiten Platz. Mit nahezu der gleichen Laufzeit (19:05 Minuten – 5 km) fand sich Vadillo auf Platz 6 wieder, Knobbe folgte nach verletzungsbedingter Lauftrainingspause ebenfalls mit einer soliden Laufzeit auf Platz 9. Köhler sicherte das gute Teamergebnis mit Platz 26 ab. In der Addition der drei Schnellsten ergaben sich 17 Platzziffern und damit ein hervorragender zweiter Platz. Als Trophäe gab es für jeden im Team bei der Siegerehrung einen Kringel Aale Worscht.
Das Rennen der Seniorenliga verlief im Ergebnis kurios. Kilb verließ erwartungsgemäß als Erster des Teams den Tümpel. Mit der sechstschnellsten Schwimmzeit hatte er aber noch ein paar Athleten vor sich. Auf dem Rad machte er dann allerdings alles klar und ließ der Konkurrenz keine Chance. Mit der mit Abstand schnellsten Radzeit (32:15 Minuten) übernahm er die Führung, die er sich auch auf der Laufstrecke mit der zweitschnellsten Zeit (20:47 Minuten) nicht nehmen ließ. Nach 1:02:55 Stunden, spurtete er - mit fast drei Minuten Vorsprung auf den Zweitplatzierten - ins Ziel. Weiter hinten im Feld verließ Richter als 7. das Wasser und war auf der Radstrecke bemüht nicht allzu viele Plätze nach hinten durchgereicht zu werden. Beim Laufen waren die Beine dann nicht mehr so richtig frisch. Nach 1:08:55 Stunden kam Richter mit großem Abstand zu Kilb ins Ziel. Müller kämpfte beim ersten Wechsel mit seinem festgesaugten Neo, während Heinke ohne Neo erst wieder auftauen musste. Beide gaben auf der profilierten Radstrecke ihr Bestes, der Abstand zu Richter wurde jedoch etwas größer. Müller schlüpfte zuerst in die Laufschuhe und musste auf der Wendepunktstrecke richtig leiden. Heinke hingegen drehte auf. Mit der drittbesten Laufzeit im Feld (20:53 Minuten) sammelte sie einige ihrer Konkurrenten ein und lief auch an Müller vorbei. Nach 1:11:27 Stunden hatte auch sie es ins Ziel geschafft. Müller folgte rund drei Minuten später.
Der Blick auf die Ergebnisliste zeigte ein völlig unerwartetes Bild, was Taktik-Fuchs Möller aus der Ferne schnell zusammenrechnete. Richter erreichte Platz 5, Heinke Platz 11. Zusammen mit Kilbs Sieg, ergaben sich auch bei den Senioren 17 Platzziffern. Am Ende bescherte dies ebenfalls einen hervorragenden zweiten Platz in der Tageswertung.








